Erzieher = Kinderschänder??

26 November 2012 von Dennis

Was hat sich die Stadt Gelsenkirchen mit ihrer Initiative “Kitas brauchen Männer” ins Zeug gelegt, um für den Beruf des Erziehers zu werben. Leider macht ein aktueller Missbrauchsfall in einer städtischen Kita all diese – wie ich finde – genialen Bemühungen gänzlich zunichte. Ein Erzieher soll in Gelsenkirchen drei Kinder missbraucht haben. Nachdem der Erzieher mit dem Vorwurf konfrontiert worden sei, habe er sofort einen Krankenschein eingereicht und sei nicht mehr zum Dienst erschienen. Eine Untersuchung der Kinder konnte jedoch keine typischen Anzeichen eines Missbrauchs attestieren, berichtete die WAZ in ihrer Printausgabe.

Verantwortliche stellen Erzieher nun unter Generalverdacht.

In Reaktion auf diesen Vorfall geht den Verantwortlichen in Gelsenkirchen aktuell wohl ganz gehörig der Stift. Denn das, was man aktuell aus den Einrichtungen hört, wirbt nicht gerade für den Beruf des Erziehers, sondern stellt alle Männer in diesem Beruf unter den Generalverdacht Kinder zu missbrauchen. So berichtet eine Erzieherin, die in einer Gelsenkirchener Einrichtung arbeitet, das unmittelbar nach dem bekannt werden der Vorwürfe eine Dienstanweisung herumgegangen sein soll, dass Männern ab sofort das Wickeln, die Begleitung des Toilettengangs und das Umkleiden der Kinder untersagt sei. Wer schon einmal Einblick in den Tagesbetrieb einer KITA hatte, der weiß, dass damit fast jede Handlungsgrundlage des Berufes entzogen wurde. Die Stadt könnte Anstelle dieser Anweisung – sollte sie denn so getätigt worden sein – auch alle Erzieher freistellen. Natürlich völlig ohne jede Grundlage, denn nicht jeder Mann hat ein Interesse daran ein Kind zu missbrauchen.

Sicherheitsmaßnahmen sollen eingeführt werden.

So gab es bei Radio Emscher Lippe ein Interview mit dem Erzieher und Koordinator von “Kitas brauchen Männer”, David Westerwich, das schwammiger und schlechter nicht hätte sein können. So ist bei REL zu lesen: “Für die Einstellung von Erziehern gelten schon besondere Regeln wie beispielsweise die persönliche Vorstellung bei Eltern und Kindern, so David Westerwich von der Aktion „Kitas brauchen Männer“. Jetzt habe die Stadt die Regeln verschärf[sic!]:” Müssen sich Erzieherinnen nicht den Eltern vorstellen? Wie sehen die verschärften Regeln für Erzieher denn aus? Wie auch immer: Dümmer kann eine Einrichtung seine eigene Initative nicht zunichte machen.

Insofern die Verbote für Männer tatsächlich ausgesprochen wurden, muss dies Konsequenzen haben.  

Sollten die angeordneten Berufseinschränkungen für Männer tatsächlich so ausgesprochen worden sein, muss dies massive Konsequenzen für die Verantwortlichen haben. Ein derart absolutistisch-diskrimienierendes Handeln hat in einer sozialen Einrichtung nichts zu suchen. Missbrauch ist durch nichts zu entschuldigen und muss sofort bestmöglich unterbunden werden. Ein gestörtes Männerbild, dass in jedem Erzieher einen Triebtäter vermutet, hat allerdings in der Führungsriege einer Kindertagesstätte eben so wenig zu suchen und sollte entfernt werden. Denn: Kitas brauchen Männer. Immernoch.



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