Erle: Der abgeschnittene Stadtteil

Heute war wieder einer dieser Tage. Man startet aus Erle seinen Weg zur Arbeit und hat bereits dieses ungute Gefühl. Ist heute wieder alles dicht oder habe ich endlich mal Glück? Ich hatte kein Glück und heute war es auch noch besonders schlimm.

Heute war wieder einer dieser Tage. Man startet aus Erle seinen Weg zur Arbeit und hat bereits dieses ungute Gefühl. Ist heute wieder alles dicht oder habe ich endlich mal Glück? Ich hatte kein Glück und heute war es auch noch besonders schlimm.
(Screenshoot Google Maps / eigene Darstellung)

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Dass man über die Münsterstraße derzeit nicht in den Stadtsüden kommt, weil unter der Brücke am Zoo ja bekanntlich ein Ausbau wütet, ist ja noch kein riesiges Drama. Es gibt ja noch die Kurt-Schumacher-Straße *hust* Meine ich das ernst? Natürlich nicht! Denn auf der Kanalbrücke vor der Kreuzung zur Uferstraße herrscht seit dem planlosen Feinstaub-Aktivismus der so genannten Stadtplaner ein täglicher Dauerstau bis zur Arena, der im Radio meist gar nicht mehr erwähnt wird, weil er quasi schon zum Inventar gehört. Da sollte man mal eine Feinstaub-Messstelle aufbauen. Die wäre wahrscheinlich nach einer Woche im tiefroten Bereich.

Aber wir haben ja noch eine Chance… Die Adenauer-Allee mit Übergang auf die Uechtingstraße… Auch dort wurde ich heute und auch in letzter Zeit schon öfter kalt erwischt. Rückstau von der Kreuzung  zur Alfred-Zingler-Straße bis zurück zur Emscherstraße. Und oben drauf dann noch 5 Minuten warten vor dem Bahnübergang, der  im Volksmund gerne Glück-Auf-Schranke genannt wird (man hat halt Glück, wenn sie auf ist), nur um festzustellen, dass nach dem durchfahrenden Güterzug die Schranke geschlossen bleibt und der nächste Zug anrollt.

Ich brauchte also heute eine geschlagene halbe Stunde, um von der Cranger-Straße auf Höhe der Haltestelle Erle-Post zur Kurt Schumacher-Straße vorzudringen. Normalerweise würde der Weg zwischen 5 und 10 Minuten dauern, wenn der Stadtteil Erle nicht im Berufsverkehr wegen teils hausgemachter Probleme von scheinbar ahnungslosen Verkehrsplanern quasi vom Süden der Stadt abgeschnitten wäre.

Hausgemacht deshalb, weil das erzwungene Abbiegen von der Kurt-Schumacher-Straße auf die Uferstraße außer einem zusätzlichen Stau im Berufsverkehr nachweislich keine Verbesserung beim Feinstaub gebracht hat. Vorher war die Verkehrslage morgens an der Kanalbrücke nicht so dramatisch, wie jetzt.

Und das nächste Unheil hängt bereits über den Köpfen, plant die Stadt doch den vierspurigen Ausbau der Adenauer-Allee zwischen Emscher- und Alfred-Zingler-Straße. Dieses Vorhaben ist zwar absolut sinnvoll, um wenigstens dort den Verkehr zu entzerren, aber bevor diese Verbesserung eintritt, wird wahrscheinlich über Jahre eine weitere Verkehrsverbindung von Erle in den Stadtsüden abgeschnitten sein. Man könnte den Eindruck bekommen, dass dort Vertreter der „Falsche-Seite-vom-Kanal“-Fraktion am Werk sind, die unbedingt verhindern wollen, dass die Bürger nördlich des Kanals in den Bereich südlich des Kanals vordringen können.

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3 Kommentare zu “Erle: Der abgeschnittene Stadtteil”

  1. Franz Przechowski
    24. Februar 2015 at 11:52 #

    Es ist ein Schildbürgerstreich bester Güte! Um Emissionen von Feinstaub in Schalke zu vermeiden, wird ein künstlich erzeugter Dauerstau weiter nördlich provoziert. Nicht nur die Nerven, Zeit und Energie (sprich Emissionen) werden sinnlos verschwendet, sondern auch ein Stück Standortqualität für Unternehmen. Wie verbrettert müssen die Vernatwortlichen sein? Dazu kommen noch wenig intelligente Ampelschaltungen an der Uferstr./Kurt-Schumacher Str. mit täglichen Rückstau bis zur Grotusstr. Von den Baustellen in Bismarck und Horst ganz zu schweigen. Ich fordere in Gelsenkirchen eine Verkehrspolitik, die den Namen auch verdient. Der Individualverkehr ist mit einer ideologischer Grundhaltung der Grünen und der grünen Sozialdemokraten nicht zu verhindern. Aber man kann ihn im Interesse der Menschen und der Umwelt verträglicher gestalten. Werden Sie endlich wach im Rathaus!

  2. Jens Schäfer
    27. Februar 2015 at 09:38 #

    Es wäre sinnvoller gewesen, den Individualverkehr zu verstigen. Also eine wikrliche grüne Welle auf der KSS zu installieren. Das führt zu weniger Belastungen. Aber davon wollten die Stadtplaner nichts hören. Richtig schlimm wird es übrigens, sobald die Brücke auf der Uferstraße ausgetauscht wird. Dann ist die Verbindung für mindestens zwei Jahre gesperrt. Und das ab spätestens 2016!

  3. Kai
    27. Februar 2015 at 09:51 #

    Der Mythos grüne Welle… Da war was, ja. Aber damit haben sie es hier irgendwie in keiner Stadt. Essen ist da auch ganz gruselig. Ich persönlich hatte bei der Kurt-Schumacher-Straße den Eindruck, dass es ganz gut lief, als die Geschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt wurde.

    Dann kündigte die Stadt großartig an, dass die Ampelschaltung an die neue Geschwindigkeit angepasst würde, um die grüne Welle zu sichern. Und seit das passiert ist, ist von grüner Welle eigentlich nichts mehr zu spüren.

    Meiner Meinung nach, hätte da einfach nur die Geschwindigkeit gesenkt werden müssen ohne die Ampeln anzupassen, aber scheinbar muss von den Stadtplanern und Stadtoberen niemand die Kurt-Schumacher-Straße nutzen, ansonsten würde ich irgendwie erwarten, dass die von dem Stau am Kanal und der oft roten Welle auch irgendwann mal genervt sind…

    Und an den Brückenbau an der Uferstraße möchte ich ehrlich gesagt gar nicht denken. Wahrscheinlich wird dann parallel auch die Adenauer-Allee vierspurig ausgebaut um das Chaos perfekt zu machen…

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