Einkaufsstadt ist keine Utopie

28 December 2009 von Dennis

Die Weihnachtsfeierlichkeiten sind gerade vorbei und schon zum Ende des Weihnachtsgeschäftes 2009 war das leise Munkeln der Händler in Gelsenkirchen zu vernehmen, dass das Geschäft zum Fest – anders als erwartet – keineswegs ein Reinfall war. Der Einzelhandel auf der Bahnhofstraße meldete mit ein paar wenigen Ausnahmen sogar Umsatzsteigerungen von 3 -11 % zum Vorjahr.

“Die Wirtschaftskrise war in diesem Jahr jedenfalls nicht spürbar, vielleicht sind sich die Menschen endlich darüber im Klaren, dass sie vom Versagen an den internationalen Kapitalmärkten nur sehr indirekt bis überhaupt nicht betroffen sind. Die Propaganda in den letzten Monaten war unerträglich”

, konstatiert der Filialleiter eines Elektrogeschäftes in Gelsenkirchen gegenüber Gelsenkirchen Blog.

Und in der Tat, selbst “unpraktisches” und eher Luxus fand in diesem Jahr Absatz in Gelsenkirchen. In diesem Weihnachtsgeschäft wurde verhältnismäßig viel Schmuck verkauft. Selbst die ganz teueren Uhren der Traditionshäuser wurden bei einem Gelsenkirchener Juwelier gleich mehrfach verkauft.

“Ich will jetzt nicht übertreiben und sagen, die haben mir die Diamanten wie Smarties abgenommen, aber im Vergleich zum letzten Jahr muss ich feststellen, dass, besonders bei teuren Uhren der Traditionshäuser, die Kauflaune gut war [...] auch die Besucherfrequenz war unerwartet hoch.”

, sagt ein Gelsenkirchener Juwelier auf Nachfrage.

Positives Signal an die Einkaufsstadt Gelsenkirchen

Für die ständig als Opfer gepriesene Einkaufsstadt Gelsenkirchen, gibt es, wie das Weihnachtsgeschäft andeutet, offenbar doch noch Hoffnung. Denn in diesem Jahr war es ein Weihnachtsgeschäft unter besonders erschwerten Bedingungen. Zu einen die mediale Panikmache des drohenden Wirtschaftskollaps, zum anderen die real existierende interkommunale Konkurrenz in Form von Centro und der Gesamteröffnung des Limbecker Platzes. Hinzu kam in der heißen Phase der Schneematsch mitten auf der Bahnhofstraße, über den sich im Gespräch alle Händler massiv beschwert haben. “Vielleicht bringt ja ein neuer Schneepflug der Kaufkraft mehr, als eine Klage gegen Recklinghausen” ,witzelt der eben zitierte Elektrohändler.

Wie auch immer: Gelsenkirchen hat die Hürden gut gemeistert. Gelsenkirchen als Einkaufsstadt zu positionieren ist scheinbar keine Utopie, auch wenn der DGB heute schon wieder ein Katastrophenjahr 2010 prognostiziert.



2 Kommentare

  1. Malte sagt:

    Utopie:

    Duster wars, der Mond schien helle
    als ein Wagen blitzeschnelle
    langsam um die Ecke fuhr

    drinnen saßen stehend Leute
    schweigend ins Gespräch vertieft

    als ein totgeschossner Hase
    auf ner Sandbak Schlittschuh lief.

    Guten rutsch in Jahr 2010 wünsche ich Dir!

  2. Dennis sagt:

    Dankeschön :-)

1 Trackbacks

  1. Ruhrpilot » ruhrbarone Says:

    [...] Gelsenkirchen: Innenstadt atmet auf…Gelsenkirchen Blog [...]

Ihre Meinung ist wertvoll.




Anzeigen