Ein Fall für XY ungelöst.

Gestern Abend reihten sich, komprimiert auf die Sendezeit des bekanntesten und erfolgreichsten Fahndungsformat im deutschen Fernsehen, aktuelle und besonders defizile Ermitlungsfälle aneinander. „XY ungelöst“ im ZDF mit Rudi Cerne, dem Ex-Sportjournalist aus Herne, rekonstruiert Verbrechensfälle nach dem jeweiligen Ermittlungsstand, um mit Hilfe der Zuschauer Hinweise auf die Täter oder Tathergänge zu generieren. Als überaus erfolgreich kann das ursprünglich von Eduard Zimmermann ins Leben gerufene Format bezeichnet werden. Gestern wurde die insgesamt 444. Sendung ausgestrahlt. Die Aufklärungsquoute liegt bei 43%, womit das Magazin zum beliebten Werkzeug für Ermittler in ganz Deutschland wurde. Und auch gestern präsentierte das Magazin erneut einen Beitrag aus dem Ruhrgebiet.

Der rätselhafte Tod des Dattelner Geflügel Multimillionärs Klaus Kandaouroff.

Die Recklinghäuser Polizei erwünscht sich Hinweise von den Zuschauern, um den grausamen und geradezu als Hinrichtung zu bezeichnenden Mord an dem 80-jährigen Mann aufzuklären. Die Chancen stehen vielleicht nicht schlecht, gibt es doch eine DNA Spur zu einem früheren Überfall auf eine 76-jährige Frau in Bochum. Ohne Zweifel übt die Ausstrahlung massiven Druck auf die Täter aus. Auch im Falle des vermissten Mircos hat die Polzei in Grevrath die Hilfe des ZDF Magazins in Anspruch genommen. Im Falle der vermissten Annette Lindemann aus Gelsenkirchen, scheint sich die Polizei in Essen diese Mühe nicht zumachen.

Die vermisste Annette Lindemann bleibt wohl ein Opfer zweiter Klasse.

Dass die vermisste Annette Lindemann aus Buer ein Opfer zweiter Klasse sein könnte, vermutete ich bereits vor ein paar Wochen. Es ist völlig unverständlich und zumindest aus einem kriminalischen Laienverständnis heraus nicht nachvollziehbar, warum die doch eigentlich sehr große Chance, zu weiteren Erkenntnissen zu gelangen, nicht genutzt wird. Der erwartbare Erfolg lässt sich sicherlich nicht mit statistischen Mitteln antizipieren. Der „Suchbegriff“ „Annette Lindemann aus Buer“ hat seit ihrem verschwinden 7500 Besucher auf die Artikel hier im Gelsenkirchen Blog gespühlt. Damit schlägt der Begriff selbst die Suche nach Informationen zu den tragischen Ereignissen auf der Loveparade. Dafür, dass ein derart reges Interesse an dem Verschwinden in der Öffentlichkeit vorherrscht, berichten die Zeitungen wenig. Es ist von dringenster Bedeutsamkeit, dass die lokalen Presseorgane (Liebe WAZ Redakteure ich spreche euch an!) hier weiterhin ganz genau hinschauen. Auch die lokalen Blogs, Hometown Glory, das Pottblog und die Ruhrbarone fordere ich hiermit auf, zumindest sensibilisiert auf diesen Vermisstenfall zu schauen und ihn von Zeit zu Zeit immer mal wieder zum Thema der redaktionellen Berichterstattung zu machen.

Ich kann mir nicht helfen und um so länger ich darüber nachdenke, werden die Ermittlungen in diesem Fall genau so mysteriös wie der Fall selbst. Wenn etwas ein Fall für XY ungelöst ist, dann ist es das Verschwinden von Annette Lindemann.

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Ein Kommentar zu “Ein Fall für XY ungelöst.”

  1. Herbert W.
    19. Januar 2011 at 14:17 #

    Ein toller Beitrag. Und weil Sie so gut sind, lieber Autor, und das ist mein voller Ernst, werden Sie Nie so weit kommen wie die ganzen Ar…kriecher und Duckmäuser in ihrer Branche. Bleiben Sie so wie Sie sind. Es gibt Menschen an ihrer Seite die Sie bewundern. Garantiert!!!

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