Dirk Sternfeld: Engel der Armen.

19 March 2008 von Dennis

Es war ein Spektakel der besonderen Sorte: Dirk Sternfeld Metzgermeister aus Gelsenkirchen startet auf Kabel 1 einen Weltrekordversuch. Die fetteste Bratwurst der Welt. Fachmännisch und durchaus symphatisch erläutert der gestandene Geschäftsmann, sich zwischenzeitlich souverän im dunkelblauen Edelanzug präsentierend, das einzigartige Prozedere. Und um es abzukürzen: Es gelingt ihm, die ca. 1,3 Tonnen schwere Bratwurst zu kreieren. Am Schluss der Sendung, bzw. zu Ende des Weltrekordversuchs wird die Bratwurst dann verteilt. Unter anwesenden Fans, unter einem Gartenverein und – Dirk Sternfeld wirkt geradezu ergiffen als er es kund tut- an die TAFEL. Natürlich, an die Tafel. Bessere Menschen kann es nicht geben, herzallerliebst. Die Menschen um ihn herum, die Kinder, Babys, Mütter, Arbeiter mit der Aufschrift Schalke auf dem Rücken, alle sind sie angetan von der wohlschmeckenden Bratwurst. Eine PR vom allerfeinsten made by Kabel 1.

Nur bekommt das Weltbild des Dirk S. einen Riss wie die Bratwurst im Stahlkorsett, erinnert man sich an die Schlagzeilen und Meldungen von REL, WAZ und Stern vor ca. einem Jahr. Sternfeld wurde vorgeworfen mit Gammelfleisch gearbeitet zu haben. Verdorbenes Putenhack soll er, so wird vermutet, verarbeitet haben. Radio Emscher Lippe berichtete unter anderem :

(NACHGEFRAGT:)

bei Thomas Hilgers aus unserer Nachrichtenredaktion, Thomas, was wird Sternfeld konkret vorgeworfen ?

(REPORTER:)

Sternfeld soll seit 2004 mit Domenz zusammengearbeitet haben. In großen Mengen soll er sogenanntes Putenhackfleisch von Domenz gekauft und weiterverarbeitet haben. Aus dem schon verdorbenen Fleisch, das Haltbarkeitsdatum war abgelaufen, machte Sternfeld noch Bratwürste. So bekam zum Beispiel eine Firma in Marl 56000 Stück, nur um mal die Größenordnung deutlich zu machen. Dirk Sternfeld hat sich zu den Vorwürfen bisher noch nicht geäußert.

Danke, Thomas Hilgers – gegen Uwe Domenz beginnt der Prozess am 25. Januar vor dem Essener Landgericht. (Quelle: Archiv Radio-Emscher-Lippe)

Diese Meldung ist im Web für jedermann frei zugänglich und ist Teil des medialen Gedächtnisses. Nur öffentliches Erinnern mögen treue Sternfeld-Kunden nicht*LINK ENTFERNT, weil da doch alles so lecker schmeckt. Und Kabel 1? Ach, die haben bestimmt keinen Internetanschluss. Ausserdem soll man ja vergeben. Nur eben nicht vergessen. Amen.

HINWEIS: Die zukünftige DerWesten.de Bloggerin Sonja hat Ihren Post ikl. Kommentar entfernt, da – wie Sie in Ihrem Blog berichtet – ein Herr angerufen habe und gegenüber Ihrem Vater äußerte, eine Verleumdung in Sonjas Text ausgemacht zu haben und er sie, sollte sie den Text nicht entfernen, anzeigen würde. Sonja kam dem nach. Obgleich Sie sich auf die selben Quellen bezog wie  Gelsenkirchen Blog.  Primärquelle ist hierbei Radio-Emscher-Lippe mit gleich zwei unterschiedlichen Verweisen [2] . Da allerdings – journalistisch betrachtet – eine Quelle keine Quelle ist, nehmen wir an dieser Stelle auch noch eine 3te hinzu.  Eine unbekannte Person in Sonja’s Blog sprach davon, dass “in jeder Zeitung davon” zu lesen gewesen sei, “dass alleine Uwe D. (der Verkäufer) sich vor Gericht zu verantworten hat”. Eine greifbare Quelle nannte die Person nicht.  Diese Information steht, soviel bleibt festzuhalten, im Kontrast zu den oben angeführen Quellen. Darüber hinaus ist es nicht gerade die feinste Art bei fremden Leuten, in diesem Falle Sonja, anzurufen und nach dem Schema “entweder du entfernst deinen Artikel oder ich zeige dich an” zu agieren. Zumal er dann bei den Rechtsabteilungen der zitierten Publikationen beginnen müsste. Ausserdem: Sonja ist nicht die erste, die von derartigen Mutmaßungen schon gehört hat.



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2 Trackbacks

  1. Gelsenkirchen Home of K1. // Gelsenkirchen Blog Says:

    [...] die Moral von der Geschicht ? Schandflecken gibt’s in Gelsenkirchen nicht. Hier haben sie schließlich auch nichts gefunden, ausser einem Engel der [...]

  2. Das Märchen vom fleißigen Selbstständigen. // Gelsenkirchen Blog Says:

    [...] angesagt. Ganze Kommentarfluten musste dieses Weblog ertragen. Bloggerin Sonja wurde gar am Telefon massiv eingeschüchtert, weil sie über den Gelsenkirchener Skandal, unter Berufung auf die gleichen Quellen wie das [...]




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