Die Großstadt und der Kinomangel

29 January 2009 von Dennis

Multiplex Screenshot(Sceenshot kino-auf-schalke.de)

Soso, nun will die Stadt Gelsenkirchen resp. ihre Verwaltung alles daran setzen, das Kino “Auf Schalke” doch noch zu retten. Es mag ihr dann ja vielleicht doch irgenwo peinlich erscheinen, die Großstadt zu mimen und über keine ausreichende Kino-Infrastruktur zu verfügen. Gott weiß was passiert, wenn wieder so ein bekloppter Lifestyleredakteur auf die Idee kommt, ein Städteranking durchzuführen, das die Kinodichte als Indikator für Erfolg heranzieht. Verfolgt der aufmerksame Bürger jedoch die Tagespresse, so kann er mal wieder auf die Idee kommen, dass es der Stadt vielleicht gar nicht daran gelegen sein könnte, der Stadt die Schmach zu ersparen, dass die Kinos sterben wie die Goldfische im Berger See, sondern das primär der eigene Arsch die juristische Unbedenklichkeit gerettet werden soll. Schließlich macht man Fehler (im Idealfall) immer nur einmal. Denn:

[...] Im Falle einer Insolvenz des Betreibers verliere die Stadt – auch an Handlungsfähigkeit. Es gehe darum zu verhindern, dass bestimmte Rechte in einer Insolvenzmasse verbleiben. Entsprechende (negative) Erfahrungen musste die Stadt bei der Trabrennbahn machen (vgl. WAZ 29. 1.09). 

Bevor wir die Stadt Gelsenkirchen an dieser Stelle also als selbstlosen Samariter stillisieren, ist es sinnvoll ihre begründeten Interessen zu reflektieren. Die Aufrechterhaltung des Kinobetriebes ist für die Stadt vielleicht nur sekundäres Ziel. Zum Primär-Ziel wird dieser erst, wenn die bekloppten Lifestyleredakteure aus einer Idee Wirklichkeit werden lassen. Und das ist ein Grundproblem Gelsenkirchener Wirtschaftsförderung.



1 Kommentare

  1. Nicetrise sagt:

    Ich finde es sehr schade. Ich bin eigentlich ein großer Freund vom Kino-Erlebnis. Ich geh im Jahr bestimmt 15 mal ins Kino oder so. (Kostet ja auch Geld) . Allerdings muss man unserem Kino schon eine gewisse fehlende Atmosphäre diagnostizieren.

    Also es wurde bestimmt seit 20 Jahren nicht mehr renoviert. (Abgesehen vom Süßigkeitenladen der zum Büro umgebaut wurde).

1 Trackbacks

  1. Dennis Blog (Regierungslos bis 2009) » Kommunalpolitisches Kino Says:

    [...] „Kino“ wird derzeit ja seit der angekündigten Schließung des Multiplexkinos intensiver diskutiert. Zweifellos ist dies die Stunde auch für ideologische Debatten. So argumentieren Kritiker [...]

Ihre Meinung ist wertvoll.


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