Die Bildungsschläfer

Was derzeit die Medien im Hinblick auf Terrorschulen ausfüllt, ist Stoff aus einer kollektiven Langzeitverdrängung bildungspolitischer Instanzen. Die Inhalte des Berliner Hilferufs in Form eines offenen Briefs an die Schulverwaltung, sind eigentlich langweiliger, alltäglicher Hauptschulalltag. Bekannter Alltag. Nur Warnungen, die seit Jahren von rennomierten Erziehungswissenschaftlern und Sozialwissenschaftlern artikuliert werden, sind eben nicht so wertvoll für die deutsche Medienlandschaft, wie der derzeitige, öffentlich gewordene Schulhorror mitten in Berlin. Die Folge: Spektakuläre Bilder, gestellte Schlägerreien vor Schulgebäuden und dumme Analysen. Politiker aller Zuständigkeitsbereiche kommen zu Wort und äußern ihren planlosen Unmut. Kamerageile Erziehungswissenschaftler und Kinderpsychologen reden sich öffentlich um Kopf und Kragen, weil sie die Ursache der eskalierenden Gewalt im unkontrollierten Medienkonsum suchen. Die Gewaltgames und Egoshooter seien die Vorbilder eskalierender Gewalt. Wer sich aber über die wahren
Umstände im klaren ist, entlarvt derartige Attributionen schnell als Planlosrhethorik. Was wirklich zählt, wird – wenn überhaupt – nur beiläufig thematisiert. Aber schauen wir uns die Zusammensetzung der Hauptschulen einmal an. Der Ausländeranteil liegt nicht selten bei über 80%. Ein weiteres Problem: Die Ausländergruppen sind nicht homogen d.h. es gibt nicht eine große Gruppe Türken oder etwa Polen, sondern ein Gemisch aus unterschiedlichen Nationalitäten, wie Polen, Türken, Libanesen, Marokaner, Russen uvm. Hinzu kommt die defizitäre Sprachkompetenz der jeweiligen Jugendlichen. Viele beherrschen weder ihre Muttersprache noch Deutsch. Ein einziger, primitiver Dialog zu Verhandlung von Interessen, kann kaum zu stande kommen. Von einem Unterrichtsgespräch will ich ja gar nicht reden.
Was passiert also wenn sich 20-32 Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Wert und Normvorstellungen und unterschiedlicher Schichten in einem Ort namens Hauptschule zusammenfinden und die elementarste Form der Zivilisation , die Kommunikation durch Sprache, nicht möglich ist? Richtig. Der Stärkere gewinnt. Es gibt ordentlich auf die Fresse, auch vor den Augen der hilflosen, beängstigten und meist auch schon abgestumpften Lernbegleiter. Dann ist da noch der Aspekt der Integration. Integration impliziert auch Sozialisation. In einer Schule, in der die „Einheimischen“, sprich die Deutschen in der Minderheit sind, kann eine erfolgreiche Sozialisation in Richtung Anpassung an das Gastland nicht stattfinden. Eher ist es umgekehrt. Da es umgekehrt aber wie gesagt keine homogene Gruppe gibt, endet das alles im Desaster. Es gibt also keine Kommunikation und auch keine Integration. Unterricht gibts auch nicht, weil der Lehrer Angst hat um sein Auto oder um sein Leben.Wenn sich jetzt die ausgewiesene Experten, wie angemerkt, über Medienkonsum Jugendlicher als Ursache dieser Umstände auslassen, dann sind die entweder von der Politik gekauft oder einfach bräsich. Schuld ist einzig und allein die Politik. Es gibt in NRW Parteien Evolutionsbremsen, die Streichen die Kohle für Sprachförderung von jungen Migrantenkindern und monieren nun die „zugespitzte Situation“. Wenn du deiner Alten die Kohle für Slimfast streichst, muss du dich nicht wundern, wenn sie fett wird. Die Lösung für die Probleme sind in der Wissenschaft ebenso bekannt, wie das Wissen über die Existenz des Problems selbst. Das wollen die Landesregierungen aber nicht wahr haben, denn die Bekämpfung des Problems kostet richtig Kohle. Und ausserdem trifft es ja sowieso nur die Hauptschulen. Humankapital auf das man in den Regierungen gut und gerne verzichten kann. Scheiß B-Ware !

Gute N8 Deutschland.

Bisher keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Sagen Sie Ihre Meinung! Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht.