Der Super-Cup und seine Folgen

Nachdem der FC Schalke 04 am vergangenen Samstag das Spiel um den Super-Cup gegen den FC Bayern München mit 0:2 verloren hatte, wurde er wieder laut: der Ruf nach Verstärkungen.

Allzu deutlich hatte die inzwischen wieder mit vielen WM-Stars bestückte Elf der Bayern den Schalkern die Grenzen aufgezeigt. Besonders deutlich wurde, wie schon beim Liga-Total-Cup, dass die Schalker Abwehr nur noch ein Schatten vergangener Tage ist und weit davon entfernt sicher und eingespielt zu sein. Und auch Raul konnte ohne einen guten Vorbereiter in der Offensive kaum Akzente setzen, was aber ebenfalls zu erwarten war und schon länger bekannt ist. Ein Star macht eben noch keine Erfolgsmannschaft.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass Felix Magath weitere Neuzugänge bis zum Saisonbeginn fordert und gleichzeitig auch ankündigt. Die Liste der möglichen Kandidaten wird quasi täglich länger und es sind durchaus auch einige weitere illustre Namen zu den bereits gehandelten (siehe Wer ergänzt das Puzzle?) hinzugekommen.

Nachdem das Werben um Guillaume Hoarau ins Stocken geraten ist, da man in Paris nicht mit 12 Millionen als Ablöse einverstanden ist und eine Klausel im Vertrag wohl auf 20 Millionen festgeschrieben ist, die Schalke allerdings nicht zahlen will, sind nun zwei neue Namen in der Presse aufgetaucht: Ireneusz Jelen und Klaas-Jan Huntelaar.

Jelen ist 29 Jahre alt und steht derzeit beim AJ Auxerre unter Vertrag. Er erzielte dort in 120 Spielen 43 Tore und lief außerdem 5 Mal in der Europa League auf (4 Tore). Als Ablöse für den polnischen Nationalstürmer (24 Spiele / 4 Tore) steht eine Summe zwischen 7 und 10 Millionen im Raum, die nach den Transfers von Westermann und Rafinha durchaus zu stemmen wäre.

Klaas-Jan Huntelaar ist ebenfalls ein sehr interessanter Kandidat. Der 26-jährige Niederländer spielte bereits bei Real Madrid (20 Spiele / 8 Tore) und steht derzeit beim AC Mailand unter Vertrag, wo er aber noch auf seinen Durchbruch wartet (25 Spiele / 7 Tore). Er ist außerdem niederländischer Nationalspieler (36 Spiele / 16 Tore) und bringt es auf 26 Einsätze in der Europa League (16 Tore) und 5 in der Champions League (1 Tor). Mit ihm bekäme Schalke also durchaus einen erfahrenen Mann, der außerdem den möglichen Sturmpartner Raul bereits aus seiner Zeit bei Real Madrid kennt. Die angesetzte Ablösesumme von ca. 10 Millionen Euro dürfte einem Transfer ebenfalls nicht im Weg stehen.

Einige Medien bringen für den Sturm auch den Namen Robinho ins Gespräch. Der 26-jährige brasilianische Nationalspieler (77 Spiele / 24 Tore) wäre sicher auch kein uninteressanter Mann, allerdings wurde bereits vor einigen Tagen gemeldet, dass er sich mit Dynamo Kiew einig sein soll, weswegen man ihn wohl eher in die Kategorie „Gerüchte“ einsortieren sollte.

Eine weitere Baustelle im Schalker Kader findet man auf der Position des Spielmachers. Nachdem Misimovic von Wolfsburg bereits als unverkäuflich deklariert wurde und es zumindest bei Afellay und Ben Arfa in den letzten Tagen keine Neuigkeiten gab, tauchen nun einige neue Namen für das offensive Mittelfeld auf. Die Kandidaten sind: Diego, Ciljan Skjelbred und Aleksandar Ignjovski.

Der bekannteste ist sicherlich der 25-jährige Ex-Bremer Diego, der derzeit bei Juventus Turin unter Vertrag steht (33 Spiele / 5 Tore). Felix Magath deutete in einem Interview bereits an, dass ein Transfer machbar wäre, und eine gute Alternative zu Misimovic wäre Diego sicherlich. Allerdings hörte man in den letzten Tagen, dass der brasilianische Nationalspieler (39 Spiele / 6 Tore) eine Rückkehr in die Bundesliga nicht in Erwägung ziehe. Man darf gespannt sein, wer denn nun letztlich die Lücke auf der Spielmacherposition bei Schalke füllen wird.

Die beiden anderen Kandidaten für das offensive Mittelfeld muss man eher als Perspektivspieler sehen. Der 23-jährige Norweger Ciljan Skjelbred, dessen Berater das Interesse von Schalke bestätigte, steht derzeit bei Rosenborg Trondheim (72 Spiele / 3 Tore) unter Vertrag, wo er bereits mit 16 Jahren sein Debut im Profikader gab. Er ist außerdem norwegischer Nationalspieler (15 Spiele / 0 Tore). Mit geschätzten 3 Millionen Euro Ablösesumme wäre er eine günstige Option.

Das wäre sicherlich auch der 19-jährige Serbe Aleksandar Ignjovski, der derzeit von OFK Beograd an den TSV 1860 München ausgeliehen ist (30 Spiele / 0 Tore). Die Münchener wollen wohl die Kaufoption über 1,3 Millionen ziehen, um bei einem Wechsel nach Schalke geschätzte 3 Millionen Euro Ablöse kassieren zu können.

Was mich bei all diesen sicherlich interessanten Kandidaten allerdings wundert, ist die Tatsache, dass wieder kein gestandener Verteidiger dabei ist. Bereits der Liga-Total-Cup und auch das Super-Cup-Finale zeigten deutlich, dass gerade in diesem Mannschaftsteil noch dringender Handlungsbedarf besteht, da die Neuzugänge für die Außenbahn teilweise noch ziemlich überfordert wirken und auch die Innenverteidung weit vom Optimum entfernt ist. Man kann eigentlich nur hoffen, dass Metzelder noch nicht in Form ist, ansonsten sehe ich ziemlich schwarz für die kommende Saison. Meiner Meinung nach muss Schalke noch einen Verteidiger mit Champions League Qualität verpflichten, um nicht von der zweitbesten Abwehr der Liga zur Schießbude zu verkommen.

Ich bin gespannt, was die nächsten Tage noch bringen werden und ebenso, wie denn der Saisonstart wohl aussehen wird. Denn eins ist klar: Egal wer jetzt noch verpflichtet wird, er wird keine Chance haben die Vorbereitung mitzumachen und sich einzuspielen. Man sollte also durchaus darauf gefasst sein, dass es am Anfang der Saison evtl. etwas holpriger laufen könnte, als man es sich als Schalke Fan wünscht.

Fotos unter CC-Lizenz:

Robinho (Alfonso Jimenez)

Klaas-Jan Huntelaar (Tsutomu Takasu)

Diego (Shawn Smith)

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