Das PeerBlog ownen rockt!

Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, wollte sich dieser Tage ein Weblog einrichten. Ein Weblog oder auch Blog genannt, jedenfalls so ein Ding, was vor Facebook mal modern war und von führenden Hamburger Werbern gern auch als Klowand des Internets“ tituliert wird.

So eine Klowand ist ein wirklich persönliches Ding, weil die ursprüngliche Idee von Blogs stark an die Schreibroutinen von Tagebüchern erinnert. Blogs sind persönlich, sie sind – natürlich abhängig von den Charakteren ihrer Autoren – in der Meinung konstant und, weil viele Blogs gänzlich privat betrieben werden, gelten sie als authentisch und glaubwürdig.

Sozialromantisch formuliert könnte man sie als die „Digitale Stimme des Volkes“ auffassen. Irgend‘ ne PR-Blitzbirne im „Resort für Social Media“ könnte sich also gedacht haben: „Mensch Peer! Wir adden dich jetzt ganz easy in den „Political Timelines“ deiner „Targets“ und conecten dich in Echtzeit mit deinen „National Buddies“. Damit würde man die Opposition „ownen“ auf dass sie im „Contentstream“ untergehen.

Gut, inhaltlich wird der Peer das jetzt nicht vollständig durchdrungen haben, aber dass Persönlichkeiten, die sehr gut pro Redeminute verdienen und auch ungern auf der „Holzbank“ von Mittelklassewagen Platz nehmen wollen, ein eigenes „Blog“ haben, das klang für Peer bestimmt reizvoll. Doof war jetzt nur, dass so ein Blog auch Inhalte benötigt. Der Social Media Hopser sprach sodann bestimmt vom Twittern und Lifestream-Content. Die sind aber nix für’n Peer, weil er Geschlechtskrankheiten jetzt nicht auch noch braucht und er Alkohol in der Öffentlichkeit verabscheut. Es musste etwas Solides her. Eine bescheidene Redaktion aus Journalisten sollte das Blog füllen. Kann ja nicht angehen, dass Peer selbst Texte verfasst, wer soll dann schließlich Geld verdienen? Selbst für das Blog bezahlen ist auch uncool, das Geld sollen andere ausgeben. Wer? Das ist geheim, weil der Peer ist zwar ein transparenter Politiker, aber ein völlig diskreter Geschäftsmann. Genau wie der Herr Wulff. Ob jetzt ein Backsteinhaus oder ein Weblog, das ist doch egal. Was juckt es die Bürger, woher das Geld kommt, es ist schließlich irgendwie dann doch ein privates Blog. Was Peer Steinbrück mit der SPD am Hut hat, das zeigt das Layout des Peerblogs. Wer zuerst ein SPD-Logo findet, der darf sich was wünschen.

Hoffentlich, dass dieser Mann bald von der Bildfläche verschwindet.
Ich glaub‘, die Leute vom „TEAM M2DU5A“ haben kein SPD Logo finden können.

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4 Kommentare zu “Das St. Josef-Hospital in Horst soll 2017 geschlossen werden.”

  1. Franz Przechowski
    19. Dezember 2016 at 11:22 #

    Zutreffende Analyse. Alle Probleme hinsichtlich Weihnachtsmärkte in Gelsen und in Buer sind hausgemacht und durch nichts mehr zu entschuldigen. deine kennzeichnung „strukturelle Geschäftsunfähigkeit“ trifft den Kern. Aber darüber hinaus fehlt auch der Sinn für die konzeptionelle Gestaltung und emotionale sowie inhaltliche Aufladung von Events, die auf die Marke GE einzahlen sollen. Das ist nicht unbedingt eine Frage des Budgets, sondern der professionellen Fähigkeiten. Ich bin kürzlich erst wieder wegen meiner Bemerkung „SMG ist eine Laienspielschar“ gescholten worden. Angesichts der miesen Performance möchte ich bei meiner Beurteilung bleiben und die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung gleich mit einbeziehen.

  2. Sabine
    19. Dezember 2016 at 20:14 #

    Dann geht doch endlich hin statt nur zu mosern

  3. Albert Ude
    21. Dezember 2016 at 17:12 #

    Die Analyse geht in Ordnung. Die Hinterfragung klammert die Mittäterschaft des örtlichen Einzelhandels leider völlig aus. Die Anlieger der Bahnhofstrasse haben kein Interesse an einem Weihnachtsmarkt, der als zentrale Veranstaltung auftritt. Die Mitwirkenden der SMG, des Umbaubüros und die für die blau-weiße Kugelplastik Verantwortlichen sind gutmeinende, aber hoffnungslos überforderte Amateure und Dilettanten, deren schlimmster Alptraum es ist, von professionellen Akteuren, ja auch bereits von schlichten Menschen, die sich einfach mal in anderen Städten umgeschaut haben, erzählt zu bekommen, wie ein Weihnachtsmarkt aussieht, ja, was überhaupt ein Weihnachtsmarkt ist. Die in Gelsenkirchen stattfindende Veranstaltung darf man auf einer Skala von 1 – 10 bei minus fünf verorten, eine gefühlte Tendenz zur Qualitätssteigerung ist illusionistische Schönrederei. Wollte man eine Verbesserung um fünf Punkte erzielen, so bedeutete das, den Nullpunkt anzustreben, die Veranstaltung also schlicht zu unterlassen. Stattdessen empfiehlt sich ein Busshuttle nach Dortmund, Essen oder Münster, oder in die kleinen niederländischen Orte oder an den Niederrhein.
    Das ist alles sehr schade, leider aber so zutreffend. In meiner Erinnerung ist die Reibeplätzchenhütte am Anfang der Bahnhofstrasse rechts der aus dem Betrachtungsraster heraustanzende kulinarische Höhepunkt der Meile. Die Reststrecke schaffe ich nicht: Kabel, Mülltonnen, Ramschstände, Trink- und Nahrungsmittelhütten. Und – mit Verlaub – Menschenmassen. Nur eins hat sich verbessert: Zu Zeiten von Lalakakis wurde noch WDR 4 über die Lautsprecher eingespielt. Das ging gar nicht.

  4. szodruch, maggie
    22. Dezember 2016 at 16:35 #

    Leider muss ich Albert Ude in allen Aussagen Recht geben !

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