Das ist sowas wie eine letzte Warnung…

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Wenn es etwas gibt, das ich auf dieser Welt abgrundtief verabscheue, dann sind es politisch absolut korrekte Menschen. Political Correctness um der Correctness willen, ist schließlich so eine ganz wirbellose Form des kollektiven Arschkriechens. Grundsätzlich könnte uns dies eigentlich egal sein, wäre es nicht so unfassbar gefährlich für das ebenfalls kollektive Bewusstsein einer mediatisierten Gesellschaft, dessen Auffassungsgabe zunehmend auf Twitter-Zeichenlänge schrumpft. Da ist nun einer der unbestreitbar besten deutschen Stimmen für den ESC 2016 nominiert worden und Deutschlands Medien starten einen buchstäblichen Shitstorm über einen Sänger, der harmlosere Texte singt, als es der Pfarrer Ihrer Gemeinde Sonntags in der Kirche tut. Ein Volksverhetzer, Verschwörungstheoretiker und Nationalist sei Xavier Naidoo. Da sind sich viele der intellektuellen Redakteure im Land einig. Oder aber sie schreiben ab, von Redakteuren, die nicht intellektuell sind, sondern lediglich zu faul, Dinge ganzheitlich zu betrachten. Nun gut, das würden ohnehin die Wenigsten lesen, weshalb es von vornherein niemand aufschreibt.

Bitte hör‘ nicht auf zu Träumen, von einer besseren Welt.

Xavier Naidoo ist Systemkritiker. Schon immer. Seine Thesen und Aussagen sind steil, sie polarisieren und sie sind – objektiv betrachtet – oft unzutreffend. Aber eben so unzutreffend, wie die Aussagen Xaviers zu dem einen oder anderen staatstheoretischen Sachverhalt auch sein mögen, so haarsträubend sind die Märchen vom volksverhetzenden Xavier Naidoo, der als Freund der NPD stilisiert wird, weil er in einem Interview sagte, dass er auch auf die NPD zugehe oder auf sogenannte Reichsbürger. Naidoo hat in Laufe seiner Musikkarriere mehr als oft genug aufgezeigt, dass er kein Rechter ist. Ich denke da an das Musikprojekt „Brothers Keepers“, das damals so fürchterlich rechtspopulistische Texte schrieb wie „Adriano“.

Wortlaut des von Naidoo gesungenen Refrains:
Dies ist so was wie eine letzte Warnung
Denn unser Rückschlag ist längst in Planung
Wir fall’n dort ein, wo ihr auffallt
Gebieten eurer braunen Scheiße endlich Aufhalt
Denn was ihr sucht ist das Ende
Und was wir reichen sind geballte Fäuste und keine Hände
Euer Niedergang für immer. Und was wir hören werden, ist euer Weinen und euer Gewimmer.

Hier kann man sich das Musikvideo des alten Musikstücks einmal ansehen.
Ich weiß nicht, wie es der intellektuelle Publizist sieht, aber für mich klingen diese Zeilen eher nach Widerstand, denn nach rechtem Gedankengut. Natürlich ist das Video alt und Menschen können sich im Verlaufe der Jahre ändern. Eine politische 360 Grad Wendung, die einige Medien dem Sänger unterstellen, ist aber ganz sicher auszuschließen. Wer auch nur ein bisschen recherchiert, bevor er schreibt, würde zu diesem Ergebnis kommen. Die Huffington Post sieht gar eine Schande für Deutschland in der Nominierung Xaviers. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht liebe Leser, aber was Autor Sebastian Christ stilistisch da als „Journalismus“ präsentiert, ist vielmehr eine Schande für unsere Sprache. („Ihr Spaßvögel von der Huffington Post. Höhö – Nein, ich möchte nicht euer Facebook Freund sein, ihr Spammer.“)

Meinungspluralität ist das Herzstück der Demokratie

Xavier Naidoos Äußerungen muss man nicht gut finden und man muss sie auch nicht unterstützen. Man kann der Meinung sein, Deutschland sei kein souveräner Staat. Und man darf in Zeiten des  ausgiebigen NSA-Skandals auch einmal inniger darüber nachdenken, ohne ein Verfassungsfeind zu sein. Man darf und MUSS darüber nachdenken, inwieweit und ob die Flüchtlingsströme das gesellschaftliche Sein Europas verändern werden, ohne als Nationalist verschrien zu werden. Außerdem ist es gut, dass PEGIDA , AFD und CSU (Der musste) ihre Meinungen öffentlich präsentieren und bewerben dürfen, damit sich der mündige Bürger, in einem demokratischen Umfeld, seinem Gusto nach einer Meinung anschließen kann und durch Wahlen das politische Klima bestimmt. Meinungspluralität ist das Herzstück der Demokratie.

Schlecht ist es für eben diese, wenn der Journalist sich zur Klicknutte missbrauchen lässt und systemkritische Aussagen, die sich der politischen Korrektheit entziehen als „Verschwörungstheorie“ glattbügelt und damit mundtot macht. Aufklären und kontextualisieren ist nach wie vor die  Aufgabe des Journalismus. Auch dann, wenn es weniger Klickzahlen und Auflagen bringt. Der Fall Naidoo zeigt auf erschreckendste Art und Weise, inwieweit er dazu überhaupt noch in der Lage ist.

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