Blickpunkt Hochschule: Flutlicht statt Leuchttürme // Gelsenkirchen Blog

Blickpunkt Hochschule: Flutlicht statt Leuchttürme

18 June 2012 von Dennis

Die erneute Nichtberücksichtigung der Ruhrgebietsuniversitäten bei der Auswahl der “Elite-Universitäten” im Rahmen der bundesweiten sogenannten Exzellenzinitiative stößt auf scharfe Kritik der Jusos Gelsenkirchen. “Das Ergebnis zeigt die Strukturprobleme einer elitären Hochschulförderung auf”, so Sandra Latzke, Vorsitzende der Jusos Gelsenkirchen. “Prestigeträchtigen, kleinen Hochschulstandorten mit langer Tradition und großer Lobby wird der Vorzug gegeben vor Hochschulmodellen, die das Studium für breite Bevölkerungsschichten geöffnet haben.”

Damit würden die knapp bemessenen Fördergelder dort eingesetzt, wo sie eigentlich nicht vorrangig gebraucht würden, so Latzke weiter. “Daraus dann noch ein öffentlichkeitswirksames Spektakel zu machen, bei dem Sieger und Verlierer verkündet werden, wirkt als zusätzlicher Hebel und beschädigt die Hochschulen, die es nicht geschafft haben.” Der Leistungsbegriff, der dem Wettbewerb zugrunde liege, sei sehr fragwürdig, wenn Qualität der Lehre, Bildungschancen und Partizipationsgerechtigkeit keine Rolle spielten.

Eine verantwortliche Förderpolitik für Hochschulen müsse die Breite der Bildungslandschaft im Blick haben, schließt sich Taner Ünalgan, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Gelsenkirchen und Bundeskoordinator der Juso-SchülerInnen, an. “Wir wollen Flutlicht statt Leuchttürme.” Zudem dürfe Hochschulförderung auch die Fachhochschulen nicht vergessen.

“Es ist klar, dass diese Forderung mit der knappen Finanzausstattung, die in den Fördertöpfen vorhanden ist, nicht umgesetzt werden kann”, so Sandra Latzke abschließend. “Insbesondere der Bund muss sich deshalb besinnen und mehr Mittel bereitstellen, die in die Breite statt in die Spitze fließen. Auf Wettbewerbe, die dazu führen, dass ganze Regionen wie das Ruhrgebiet – und übrigens auch die Studierenden an den ‘Elite-Unis’ – von der sogenannten Exzellenz nichts haben, können wir dafür gut verzichten.”

Unkommentierte Pressemeldung der Jusos Gelsenkirchen vom 17.06.2012

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