Adolf Hitler hat auch niemand ernst genommen.

Deutschland unterliegt einem schweren Rechtsruck. Im Zuge von Internetpropaganda und der politischen Korrektheit der Anständigen, brilliert in dessen Fahrwasser eine brandgefährliche braune Brut.

Deutschland unterliegt einem schweren Rechtsruck. Im Zuge von Internetpropaganda und der politischen Korrektheit der Anständigen, brilliert in dessen Fahrwasser eine brandgefährliche braune Brut.
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Ich habe mich geirrt. Ich hatte es tatsächlich nicht für möglich gehalten, dass es in Deutschland noch einmal einen solchen Rechtsruck geben kann. Die Gründe dafür liegen nicht, wie von Vielen propagiert, in der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel, sondern in der gefährlichen Halbbildung und Medieninkompetenz der AfD-Wähler. Der Sieg der AfD ist letztlich ein Sieg der Internetpropanda, die an den „klassischen Medien“ vorbei nun ungehindert Dekontextualisieren, Falschmeldungen und falsche Bilder verbreiten kann. Der Mob klickt gefällt mir, weil es ja schließlich nicht sein kann, dass dieses „Flüchtlingspack“ unsere Frauen und Mädchen betatscht. Die demokratischen Parteien lavieren – mit deutlicher Ausnahme von Angela Merkel – herum und skandieren in Zeiten allergrößter Verunsicherung, dass es keinen Unterschied mache, ob ein Flüchtling vergewaltigt oder ob es ein Deutscher tut.

Hitlerplakat

Um Deutschlands Zukunft war schon mal wer besorgt.

Verunsicherung trifft politische Korrektheit

Eine Vergewaltigung bleibe eine Vergewaltigung. Das mag juristisch stimmen, menschlich-moralisch ist es für die Mehrheit allerdings abwegig gedacht. Wer sich in dem Land, das Zuflucht gewährt, entgegen der Gesetze verhält und kriminell wird, der habe sein Recht auf Asyl doch verwirkt und müsse abgeschoben werden. Dieser Meinung schließe ich mich an. Nur: Wie so oft. Komplexe Probleme haben keine einfachen Lösungen. Wohin abschieben, wenn kein Heimatland vorhanden ist? Und wie abschieben, wenn unsere eigenen Gesetze dagegen stehen? Es ist ein erklärungswürdiger Umstand in einer verunsicherten Gesellschaft. Die Jusos, die Jugendorganisation der SPD, begegnet diesem nach wie vor mit der Kampagne: „Refugees welcome“. Und die SPD wundert sich, wo die Stimmen bleiben.

Was ist die Ursache für diese Misere?

Aber damit sind wir mitten in der Ursache der Misere. Die AfD verspricht einfache Lösungen für komplexe Probleme, die es nicht gibt. Die demokratischen Parteien hingegen, verlieren sich in vermeintlicher Ratlosigkeit, in der Niederrede der AfD und dem politisch korrekten Lobgesang auf Flüchtlinge. Versprechen können die Demokraten richtigerweise nichts, aber sie erklären auch nicht warum. Ebenfalls ein Problem sind die Ausreißer in den eigenen Reihen. Seehofer, Klöckner und Co. zeigen sehr deutlich, dass sie die Komplexität der Weltgesellschaft nicht verstanden haben, wenn sie die systemtheoretisch-fluide Koevolution der Flüchtlingsproblematik auf das semantisch starre Flüchtlings-Selfie der Kanzlerin reduzieren. Das ist nicht nur politisch problematisch, sondern in der Sache moralisch verwerflich und dumm. Die Politik beider ist schändlich für das Ansehen Deutschlands in der Welt.

Die Milderung der Krise liegt in Europa. Eine Lösung ist hingegen nicht in Sicht.

Dabei liegen die Karten doch auf dem Tisch: Die Kanzlerin und die Bundesregierung haben erkannt, dass die Flüchtlingskrise eine Weltkrise ist, die man nicht in Obergrenzen pressen und als Nationalstaat allein nicht mildern kann. Das Problem lässt sich nur auf europäischer Ebene mildern. Gemeinsam und multinational ist man stark und kann humanitäre Katastrophen und Elend eindämmen. Aber auch das ist ein komplexer Weg, in einer immer komplexer werdenden Welt.

Diese Komplexität, die hier ja nicht annähernd umfassend dargestellt ist, ist den AfD-Wählern nicht bekannt oder egal. Ersteres ist bedauerlich, letzteres ist dumm. Adolf Hitler hat ebenfalls niemand ernst genommen, als er damit begann, die Dummen für seine Zwecke zu funktionalisieren. Dass Hitler die Dümmsten seiner Wähler in Arbeitslagern hat quälen lassen, weil sie dem stolzen deutschen Volke ansonsten zu nichts Nutze waren, tröstet nicht. Denn wenn es wieder soweit ist, ist es zu spät.

Ich würde sagen, es gibt allen Grund zur Sorge. Petry-Heil

Foto: Wikipedia

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4 Kommentare zu “Adolf Hitler hat auch niemand ernst genommen.”

  1. Michael
    14. März 2016 at 19:10 #

    Merkel hat auch niemand ernst genommen! 😀

  2. Tyson Gandhi
    4. Mai 2016 at 23:06 #

    Das Phänomen was du ansprichst ist ein sehr vielschichtiges. Natürlich ist die Höhe der AfD-Bergetappe befeuert von der aktuellen politischen Lage rund ums Thema Flüchtlingskrise.

    Aber einen generellen Rechtsruck mag ich nicht erkennen. Ein Drittel der AfD-Wähler sind vermutlich (ziemlich) Rechte. Diesen %-Satz an braunen Hohlköpfen gibt es nunmal. Ein weiteres Drittel sind Erz-Konservative die ideologisch aus der CDU/CSU durch politische Korrektheit und einen generellen Linksruck der Christdemokraten in Folge vieler großer Koalitionen vertrieben wurden. Denen es wohl schon bereits in der Eurokrise zu Uniform zuging. Das letzte Drittel hast du völlig zu Recht beschrieben als Fahnen im Wind der Internetpropaganda.

    Grundsätzlich möchte ich dir aber auch einen weiteren Gedanken mitgeben. Die großen Volksparteien haben ein klares Demokratiedefizit. Sie beherrbergen einen bunten Mix aus vielerlei verschiedener Ausprägungen Ihrer politischen Zuordnung. Die Richtung in die dann eine Partei geht wird dann nicht durch Wählerstimmen, sondern durch parteiinterne Machtverhältnisse entschieden. Dort regieren Netzwerke und Seilschaften. Ein gutes Beispiel war die Eurokrise. In allen Parteien wurde intern der Konsens durchgedrückt / erzwungen sich hinter den Euro zu stellen (es geht jetzt nicht um richtig oder falsch). Abweichler in der CDU/CSU wurden regelrecht Mundtot gemacht. In der FDP gab es zumindest eine von den Gegnern erzwungene Mitgliederbefragung. Die Mehrheit IN DER PARTEI entschied sich dagegen. Nun waren alle etablierten Parteien Pro Euro. Die gesamte deutsche Wählergemeinschaft hatte also keine echte Wahl in diesem Themenbereich (und davon gibt es mehrere).

    Nun beginnen sich die Volksparteien auf Grund genau dieser internen inhaltlichen Differenzen zu splitten. Was in den letzten Jahrzehnten einfach mit Schweigen der Geschlagenen mündete, endete diesmal in Parteigründungen. Die Linke riss der SPD den (extrem)linken Flüge aus. Die Grünen beiden Volksparteien an Teil der Mitte. Die AfD nun als letzte der Union den (extrem)rechten Flügel.

    Nun steht ein größeres Farbspektrum zur Wahl. Und nicht parteiinterne Klüngel entscheiden was der Wähler wählen darf, sondern der Wähler kann mit seiner Stimme direkten Inhalten Kraft verleihen und entscheidet über die zukünftige Richtung.

    Das ist m.E.n eine Stärkung der Demokratie. Auch wenn es heißt, dass auch die rechten nun im Parlament vertreten sind. Aber auch das muss eine Demokratie aushalten. Es soll das Volk vertreten werden und nicht das Wunschdenken einiger. Wichtig ist nur, dass regierungsfähige Koalitionen zu stande kommen. Und dafür müsste vielleicht die Art von Koalitionen überdacht werden. Wo vielleicht Ministerien relativ autark arbeiten und nicht durch den Koalitionsvertrag zum Konsens gezwungen sind.

  3. L.
    15. Juli 2016 at 17:07 #

    Braune Brut? Ach ja, die Migranten, ja, die sind braun.

    Ihr Linken habt 100 Millionen Menschen auf dem Gewissen, also haltet mal Eure brillenbartbeschmierte Klappe! Euer dummes Gepöbel hilft Euch auch nicht zu besseren Argumenten.
    Wünscht Euch bloß nicht, daß es bald hart auf hart kommt. Dann werdet ihr alle, Ihr linke Teufelsbrut, die ihr seit 50 Jahren die Macht habt, Federn lassen müssen. Verlass dich drauf.

  4. Dennis
    16. Juli 2016 at 23:23 #

    L. du hast den Text nicht gelesen. Oder nicht verstanden. Jedenfalls passt dein Kommentar nicht hier hin. Pöbeln tut hier -außer Dir – auch niemand.

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