Archiv | October, 2008

Straßenmädchenmanieren in Gladbeck

Posted on 31 October 2008 by Dennis

Da soll doch mal einer sagen, Politik sei langweilig. Im Rat der Stadt Gladbeck kam es zu einem Eklat. Und zwar habe Gladbecks Oberbürgermeister Ulrich Roland die stellvertretende CDU-Bürgermeisterin Maria Seifert, im Rahmen einer Dabatte um den Wochenmarkt, herabgewürdigt. Seifert lege eine Straßenmädchenmanier an den Tag, soll Roland gesagt haben, woraufhin (laut Radio-Emscher-Lippe) Seifert weinend den Saal verließ. Mit ihr verließ dann die komplette CDU-Fraktion den Saal. Ob die auch alle geweint haben, ist nicht überliefert.

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Das Ruhrgebiet braucht eine administrative Klammer

Posted on 31 October 2008 by Dennis

So argumentiert Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski zur Zukunft des Ruhrgebiets. In seiner aktuellen OB-Kolumne geht er dabei sowohl auf die Inhalte als auch die Steuerung einer “Ruhrmetropole” ein. Sehr treffend erfasst er dabei Prozesse der “Glokalisierung”, wobei bezogen auf Baranowski hier eher von einer “interkommunalen Glokalisierung” die Rede zu sein scheint:

Die Städte in der Metropole Ruhr sind heute mehr denn je entschlossen, sich als Einheit zu verstehen und damit den Schritt nachzuvollziehen, den ihre Bürger schon längst getan haben. Die sind selbstverständlich Bürger des Ruhrgebiets, weil sie in Essen einkaufen, in Bochum studieren, in Gelsenkirchen ins Musiktheater gehen und in Herne wohnen. Man muss schlicht die Realitäten zur Kenntnis nehmen (vgl. OB Kolumne).

Darüber hinaus verweist Baranowski auch auf die geografische Nähe und die sich daraus ergebene wirtschaftspolitische Verpflichtung der Städte füreinander:
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3.Verkaufsoffener Sonntag in Gelsenkirchen

Posted on 30 October 2008 by Dennis

Und noch eine Ankündigung, dieses mal jedoch ganz ohne Anglizismen: Und zwar ereignet sich am Sonntag 2. November der 3. verkaufsoffene Sonntag in diesem Jahr. Die Geschäfte sind vom Heinrich-König-Platz über die Bahnhofstraße inkl. Nebenstraßen von 13-18 Uhr geöffnet. Hoffentlich regnet es nicht.

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Wrath of the Lich King im Nachtverkauf bei Saturn in Gelsenkirchen und Buer.

Posted on 30 October 2008 by Dennis

Wer sich getz denkt: “Bitte, wat!?? Wat is dat denn, hömma? “, der ist entweder bereits weit über 40 oder ist eben so wenig rollenspielaffin wie ich es bin. Doch zur Erklärung: ” Wrath of the Lich King ” ist das neue ADD-ON zum legendären Online Spiel WOW ( World of Warcraft ). Wer getz, noch immer denkt “???!” der sollte doch vielleicht mal googeln . Für alle Leser, die wissen was es mit Word of Warcraft auf sich hat und die auch “Wrath of the Lich King” ausgesprochen nicht als persönlichen Angriff verstehen, denen sei gesagt, dass es dieses ADD-ON ab dem 13. November bei Saturn in Gelsenkirchen-City und Buer ab 00:01Uhr sogar im Nachtverkauf zu erstehen gibt. Wat da wohl die Gewerkschaft zu sagt :-)

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Erlernte Hilflosigkeit voll Kraft und Zauber.

Posted on 29 October 2008 by Dennis

Martin E.P. Seligman ist ein amerikanischer Psychologe, der vor allem auf dem Gebiet der “erlernten Hilflosigkeit” forscht, bzw. sich in diesem Teilbereich der (Lern-) Psychologie einen Namen machen konnte. Hintergrund der “erlernten Hilflosigkeit” ist die Vorstellung, das Unfähigkeit und Hilflosigkeit (passives Verhalten in einer Problemsituation) erlernt werden kann.  Menschen, die einmal gerlernt haben “hilflos” zu sein, werden es – ohne entsprechende Therapie – meistens immer bleiben. Leider ist dieses micropsychologische Modell nicht ohne Probleme auf Organisationen zu übertragen. Ansonsten hätte ich heute einen Patienten in der Lokalpresse entdeckt. Die SMG meldet sich zum Weihnachtsmarkt 2008 in Gelsenkirchen zu Wort.  Es ist eine Rechtfertigung, warum der Weihnachtsmarkt 2008 auch wieder nichts werden kann, wobei diese Rechtfertigung nicht neu ist:

Die Markthändler kommen nicht, wenn sie keinen Umsatz machen können. (vgl.WAZ. 29.Oktober)

Weiter im Zeitungstext stellt die SMG fest, dass das unbestritten dürftige Angebot in Gelsenkirchen auf die Kaufkraft in Gelsenkirchen zurückzuführen sei und die Händler einfach nicht auf ihren Umsatz kämen (ebd.) Darüber hinaus zitiert die SMG einen Holzschnitzer aus dem Siebengebirge, der seine Absage mit “Ich will hier nicht bloß Deko sein” begründet. Die Situation wird von der Organisation – also externen Attributen -plausibilisiert. ( WIR sind voll Kraft und Zauber und wenn die Schnitzer nicht wollen, sind die ja schuld, dass hier keine Bude steht).

Die Ursache, warum die Händler so reagieren, führt die SMG wieder auf ein Attribut ausserhalb ihres systemischen Wirkungskreises zurück: Es ist die magelnde Kaufkraft in Gelsenkirchen. Diese Zuschreibung lässt sich jedoch nur schwer plausibilisieren, steht doch die Stadt Oberhausen oder etwa Dortmund (mit funktionierenden Weihnachtsmärkten) wirtschaftsstatistisch nicht signifikant besser da. Es macht daher den Eindruck, als stehe die SMG völlig hilflos ihrem zentralen Einsatzbereich gegenüber: STADTmarketing. Ein Weihnachtsmarkt, der über die Grenzen der Stadt bekannt und beliebt ist, der benötigt kein ausgedehntes Marketing. Ein Produkt, dass sich von selbst verkauft, auch nicht. Oder haben wir schon einmal eine Imagekampage für Brötchen gesehen? Es ist also die  Aufgabe des Stadtmarketings, den Weihnachtsmarkt positiv zu thematisieren und über die Stadt hinaus Anreize zu schaffen, Gelsenkirchen zu besuchen. Dazu benötigt Gelsenkirchen aber ein Angebot. Das ist wiederum nur durch Zugeständnisse zu erreichen. Vielleicht erlässt man in diesem Jahr die Standmiete als Standortwerbung für das nächste Jahr oder integriert am Umsatz orientierte Vergütungsmodelle.  Was ist mit der angedachten Idee, die Zoom Erlebniswelt zu integrieren ? Das wäre z.B. ein gelungenes Productplacement.  Was ist mit Frequenzwerbung, wie bei der Ausstellung “Götter Geister und Dämonen”?  

Aber nein, das ist alles undenkbar. Stattdessen  mutet es mir persönlich so  an als repliziert die SMG öffentlich die ebenso öffentliche Meinung über Gelsenkirchen, um damit das Versagen des Weihnachtsmarktes im dritten Jahr in Folge zu plausibilisieren. Gelsenkirchen ist arm, hat nichts zu bieten und deshalb kommt auch kein Händler. Können wir leider nix machen. Lösungen werden nicht thematisiert (Die angedachte Eislaufläche ist keine Lösung)  nur externale Ursachen.

Seligman würde, bezogen auf eine Person, diagnostizieren: Der Patient ist unfähig. Er hat es gelernt hilflos zu sein, weil er im Zuge mislungener Leistungsperformanz das externale Urteil über sein Versagen internalisiert hat. Die Aussicht auf Erfolg aus eigener Leistung ist nicht gegeben, weil externe Faktoren einen Erfolg verhindern. Warum also soll sich der Patient anstrengen? Er hat es gelernt hilflos und unfähig zu sein. Und ohne entsprechende Therapie, wird der Patient immer hilflos bleiben.

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