Gestern ereignete sich im Altstadt Café Gelsenkirchen die Talkshow “Auf ein Wort” mit Dr. Stolzenfelz. Als Talkgast war OB Frank Baranowski geladen, der zum Thema “Die Umgestaltung der Gelsenkirchener City” Auskunft geben sollte. Auf der Gästeliste und natürlich auch im Zuschauerraum waren etliche bekannte Gesichter des Gelsenkirchener Geschäftslebens vertreten. Darunter die Interessengemeinschaft Kirchviertel und der neue Chef der WG City Erich Schmitz. Dr.Stolzenfelz, der mir vor dieser Talkshow weder unter seinem bürgerlichen noch unter seinem Künstlernamen bekannt war, begann mit dem üblichen Geplänkel “Wat issen der Frank fürn Mensch?”. Frank Baranowski antwortete üblich sympathisch und skizzierte seine Stationen bis zum Berufspolitiker. Für mich besonders interessant war die Frage Stolzenfelz nach der Arbeit der Stadtmarketing. Baranowski konstatierte, dass die SMG jetzt viel besser zu erreichen sei, er sich hinsichtlich der Imagewerbung nach “innen und außen” allerdings noch Impulse wünsche. Darüber hinaus sprach er von sehr erfolgreichen Unternehmen wie etwa Gelsenwasser, die weltweit agieren und in der Unterstützung der Gelsenkirchener Imagewerbung sicherlich einen sehr ergiebigen Beitrag leisten könnten. Es könne nicht sein, so Baranowski, dass ihm Bürger entgegnen, Gelsenkirchen habe nichts zu bieten und die Frage, ob sie denn schon einmal den Gelsenkirchener Zoo besuchten verneinen. Hier müsse das Stadtmarketing seine Aufgaben noch gezielter wahrnehmen.
Bezüglich des Umbaus des Heinrich-König-Platzes verdeutlichte Frank Baranowski, dass gerade im Bereich des Bahnhofseingangs, also im verhassten Loch, die Situation verbessert werden müsse. Dieser Abschnitt sei ein Ort der Angst, bei dem man, wenn man langfristig etwas erreichen möchte, bauliche Veränderungen vornehmen sollte, da dem Problem mit Wachdiensten auf Dauer nicht beizukommen sei. Die Angst der umliegenden Händler, dass in der Stadt dann gleich zwei Baustellen das Tagesgeschäft lahmlegen könnten, entkräftete Baranowski. Zum einen sei jetzt erst das HSH an der Reihe und dann, nach der Kulturhauptstadt 2010, werde man weiter sehen, welche Lösung sich nun anbiete. Bis dahin sei man bei der Stadt für konstruktive Vorschläge offen. Die Interessengemeinschaft Kirchviertel verdeutlichte im Dialog mit Baranowski, dass Sie grundsätzlich nicht gegen die Politik Baranowskis sei, einen kompletten Umbau aber für unnötig hält, da mit dem Stutzen der Grünanlangen schon ein Schritt in die richtige Richtung getan wäre. Baranowski entgegente dem, dass damit aber die Orte der Angst nicht beseitigt sein würden und verwies auf konkrete städtebauliche Vorschläge.
Meiner persönlichen Meinung nach wäre die Deckelung des HKP und der der Schaffung eines großen Platzes, die Lösung der Wahl. Denn: Es wäre eine visuelle Verbindung zur Ahstraße geschaffen und die Innenstadt wäre um einen großen Platz reicher. Gelsenkirchens Innenstadt hat meiner Meinung nach nicht genügend Plätze, auf denen Veranstaltungen abgehalten werden können. Ich kann mich noch daran erinnern als Alexander (der von DSDS) im Oktober 2004 vor der Sparkasse aufgetreten ist.

Extrem voll und kaum die Möglichkeit der guten Sicht. Der Platz der durch die Deckelung entstünde, wäre wie geschaffen für derartige Veranstaltungen. Dem Argument ein solcher Platz würde veröden, schließe ich mich nicht an. Schließlich böte ein solcher Platz auch die Möglichkeit der räumlichen Distanz von Schaustellern und Ladengeschäften, die ja alljährlich bei Herbst und Adventsmärkten nicht gegeben ist. Es ist aus dieser Perspektive eine der besten Lösungen, diesen Platz zu schaffen. Selbstverständlich darf den Händlern beim Bau nicht die komplette Infrastruktur zerstört werden. Man wird es, das ist abzusehen, nicht jedem recht machen können. Das Beibehalten des Status quo, wäre allerdings aus meiner Sicht eine Niederlage für alle Beteiligten.


