Archiv | October, 2006

Gelsenkirchen, das Abenteuerland.

Posted on 31 October 2006 by Dennis

Die Studenten der FH sind echt auf Scheibe. Getz hamse sogar nen eigenen Song für Gelsenkirchen konzipiert. Scheiss die Wand an, wat geil. Ich muss gleich ma den netten S. i. d. o anrufen, vielleicht hat der auch nomma ne Idee, wie man GE-TOWN crazy fucking cool und vor allem tight positionieren kann. Vielleicht lässt der sich auch nicht von PUR inspirieren , sondern von really BaDGUYs zum Beispiel von Rex Gildo oder Roy Black ” Ein’ Stadt am Bergersee”, Gott hab sie seelig. Ich bin gespannt Freunde, hier geht was. pAcE

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Ich bin ein Fan von Dich…

Posted on 26 October 2006 by Dennis

…lautet vielleicht das neue Motto Gelsenkirchens. Natürlich gepaart mit der Botschaft “Herz im Revier voll Kraft und Zauber”. Eigentlich dachte ich, dass es eine gute Idee war neben der Stadtmarketinggesellschaft eine (fach)wissenschaftliche Instanz in die Arbeit der Imagepflege Gelsenkirchens zu integrieren. Doch nachdem ich heute morgen kurz vor der Uni die Zeitung aufschlug und mir der nette Slogan (?) “Ich bin ein Fan von Dich” als erstes Ergebnis der Imageproduktion Gelsenkirchener FH Studenten ins Blickfeld kam, hab ich vor Schreck meine Mundspühlung gesoffen. Was bitte soll dieses Motto oder dieser Slogan am Negativimage Gelsenkirchens verändern ? Nichts ! Es macht auch Gelsenkirchen nicht unbedingt sympathischer, schließlich umgibt man sich – sind wir doch ehrlich – ungern mit Grammatiknoobs. Aber ich ahne ja, was die netten Studenten vorhaben. Sie beabsichtigen Gelsenkirchen als “Symphatieträger” zu positionieren, kennen aber (obwohl alle ein kommunikationswissenschaftliches Studium absolvieren) den Grundsatz der zu vermeidenden Ironie nicht. Ironie kommt in medial vermittelten Interaktionen nur ganz selten so rüber, wie sie ursprünglich gemeint ist. Das erkennt man z.B. daran, dass in einem Vortrag ironische Doppeldeutigkeiten entweder vom Plenum nicht verstanden werden oder gar negativ auf den Referenten zurückfallen. Schön deutlich wird das ebenfalls auf dem Stuhl des netten Herrn Jauch, wenn medial ungeübte Kandidaten ironische Sprüche raushauen, um witzig zu sein, dabei aber irgendwie albern wirken. Noch viel schlechter funktioniert Ironie auf dem Papier. Natürlich gibt es einige Wenige in der Werbung , die hervorragend mit diesem Stilmittel umgehen können, doch haben unsere Experten mit ihrem Motto “Ich bin ein Fan von Dich” bewiesen, dass sie nicht zu diesem erlauchten Kreis zählen können. Kurzum: Es ist albern.Doch das Grauen geht ja weiter: Entweder ist es Auflage der Stadt oder blinder Opportunismus, jedenfalls arbeiten die Studenten der Fachhochschule ebenfalls mit dem durch die ELITE Stadtmarketing Gesellschaft initierten Wort “Zauber” in Verbindung mit “Gelsenkirchen”. So liest sich der Copytext, auf der in der Waz (26.10.06) von einem Laptopschirm abfotografierten Anzeige, wie folgt : “Zauberhaftes Gelsenkirchen: Auch mit Dir !”

Ne , lass ma! Wer hat euch Anfängern eigentlich erlaubt mich zu dutzen ? Aber mal Scherz bei Seite: Wenn das der Weisheit letzter Schluss war, dann zweifele ich ernsthaft an der Kompetenz dieser PR- Schmiede. Ein seriöses Unternehmen kann keine PR Leute gebrauchen, die ihre Pressemitteilungen mit “Ich sach Dich…” beginnen.

Sind wir gespannt , welche Kampagne gewinnt….

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Och’ Münte …

Posted on 17 October 2006 by Dennis

..hat man dir nicht beigebracht, dass man besser die Fresse hält, wenn man keine Ahnung hat? Davon zu reden, dass es keine Unterschicht gibt, ist wie zu behaupten es gäbe keine Arbeitslosigkeit. “Unterschicht” ist eine sozialwissenschaftliche Kategorie und nicht wie du fälschlich behauptest eine “Stigmatisierung”.

Empirische Beispiele für die Unterschichtskategorie finden sich zum Beispiel hier bei uns im Herz im Revier voll Kraft und Zauber in Gelsenkirchen. Das weiß sogar der DGB:

«Wenn ein führender Sozialpolitiker feststellt, es gibt keine Schichten und
Klassen und Deutschland, belegt dies, dass bei vielen Berliner Politikern
die Realität ausgeblendet ist», sagte der Chef des DGB in Nordrhein-Westfalen, Guntram Schneider, am Dienstag in Düsseldorf. «Wenn ich
durch Gelsenkirchen oder den Dortmunder Norden gehe, dann weiß ich, dass es
Schichten gibt.» (Quelle:Reutlinger General Anzeiger )

Nebenbei herzlichen Dank für die tolle PR, Herr Schneider.

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Eure Armut kotzt mich an

Posted on 11 October 2006 by Dennis

Nein, ich bin ganz und gar nicht arrogant. Gerade ich gehöre zu einer Statusgruppe, die sich Arroganz im Hinblick auf monetäre Angelegenheiten – blickt man auf die drohenden Studiengebühren im nächsten Semester – nicht leisten kann. Aber mir geht es auch nicht schlecht. Doch kommen wir von der Ebene des individuellen Akteurs einmal weg und blicken auf die Ebene der kommunalen Verwaltung. Gelsenkirchen, Sie wissen: Das Herz im Revier voll Kraft und Zauber ist gewiss nicht reich, doch betteln ist ebenfalls nicht nötig. Genau das macht die Stadt aber permanent und das Ganze auch noch öffentlich. Für ein Honnorar der FH Studenten, die für Gelsenkirchen Werbung entwickeln sollen, ist kein Geld da und wenn ein Student eine bahnbrechende Idee entwickelt, die widererwartend doch Geld kosten täte, solle er selbständig Sponsoren suchen, die dieses Projekt finanzieren. Heute lese ich in der WAZ, dass die Gelsendienste die Geranienkörbe ins Winterquartier fahren und schon jetzt Sponsoren für das nächste Jahr gesucht werden.

“Und damit sich die Stadt auch im nächsten Jahr mit vielen blühenden Geranien
präsentieren kann, guckt sich Gelsendienste jetzt schon nach Sponsoren um, die
bereit sind, die Kosten für einen oder gar mehrere Kübel zu übernehmen. ”
(vgl.WAZ 10.10.06)

Sogar die Kontaktadresse einer Gelsendienste Mitarbeiterin ist angegeben, damit sich interessierte Firmen schon gleich melden können. Das Herz im Revier zeichnet ein bettelndes Bild einer Kommune, die sich neben Image nicht einmal mehr die Deko leisten kann.

Gelsenkirchen ist nicht arm, Gelsenkirchen ist billig. Und das ist peinlich.

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