Archiv | April, 2006

Die Bildungsschläfer

Posted on 06 April 2006 by Dennis

Was derzeit die Medien im Hinblick auf Terrorschulen ausfüllt, ist Stoff aus einer kollektiven Langzeitverdrängung bildungspolitischer Instanzen. Die Inhalte des Berliner Hilferufs in Form eines offenen Briefs an die Schulverwaltung, sind eigentlich langweiliger, alltäglicher Hauptschulalltag. Bekannter Alltag. Nur Warnungen, die seit Jahren von rennomierten Erziehungswissenschaftlern und Sozialwissenschaftlern artikuliert werden, sind eben nicht so wertvoll für die deutsche Medienlandschaft, wie der derzeitige, öffentlich gewordene Schulhorror mitten in Berlin. Die Folge: Spektakuläre Bilder, gestellte Schlägerreien vor Schulgebäuden und dumme Analysen. Politiker aller Zuständigkeitsbereiche kommen zu Wort und äußern ihren planlosen Unmut. Kamerageile Erziehungswissenschaftler und Kinderpsychologen reden sich öffentlich um Kopf und Kragen, weil sie die Ursache der eskalierenden Gewalt im unkontrollierten Medienkonsum suchen. Die Gewaltgames und Egoshooter seien die Vorbilder eskalierender Gewalt. Wer sich aber über die wahren
Umstände im klaren ist, entlarvt derartige Attributionen schnell als Planlosrhethorik. Was wirklich zählt, wird – wenn überhaupt – nur beiläufig thematisiert. Aber schauen wir uns die Zusammensetzung der Hauptschulen einmal an. Der Ausländeranteil liegt nicht selten bei über 80%. Ein weiteres Problem: Die Ausländergruppen sind nicht homogen d.h. es gibt nicht eine große Gruppe Türken oder etwa Polen, sondern ein Gemisch aus unterschiedlichen Nationalitäten, wie Polen, Türken, Libanesen, Marokaner, Russen uvm. Hinzu kommt die defizitäre Sprachkompetenz der jeweiligen Jugendlichen. Viele beherrschen weder ihre Muttersprache noch Deutsch. Ein einziger, primitiver Dialog zu Verhandlung von Interessen, kann kaum zu stande kommen. Von einem Unterrichtsgespräch will ich ja gar nicht reden.
Was passiert also wenn sich 20-32 Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Wert und Normvorstellungen und unterschiedlicher Schichten in einem Ort namens Hauptschule zusammenfinden und die elementarste Form der Zivilisation , die Kommunikation durch Sprache, nicht möglich ist? Richtig. Der Stärkere gewinnt. Es gibt ordentlich auf die Fresse, auch vor den Augen der hilflosen, beängstigten und meist auch schon abgestumpften Lernbegleiter. Dann ist da noch der Aspekt der Integration. Integration impliziert auch Sozialisation. In einer Schule, in der die “Einheimischen”, sprich die Deutschen in der Minderheit sind, kann eine erfolgreiche Sozialisation in Richtung Anpassung an das Gastland nicht stattfinden. Eher ist es umgekehrt. Da es umgekehrt aber wie gesagt keine homogene Gruppe gibt, endet das alles im Desaster. Es gibt also keine Kommunikation und auch keine Integration. Unterricht gibts auch nicht, weil der Lehrer Angst hat um sein Auto oder um sein Leben.Wenn sich jetzt die ausgewiesene Experten, wie angemerkt, über Medienkonsum Jugendlicher als Ursache dieser Umstände auslassen, dann sind die entweder von der Politik gekauft oder einfach bräsich. Schuld ist einzig und allein die Politik. Es gibt in NRW Parteien Evolutionsbremsen, die Streichen die Kohle für Sprachförderung von jungen Migrantenkindern und monieren nun die “zugespitzte Situation”. Wenn du deiner Alten die Kohle für Slimfast streichst, muss du dich nicht wundern, wenn sie fett wird. Die Lösung für die Probleme sind in der Wissenschaft ebenso bekannt, wie das Wissen über die Existenz des Problems selbst. Das wollen die Landesregierungen aber nicht wahr haben, denn die Bekämpfung des Problems kostet richtig Kohle. Und ausserdem trifft es ja sowieso nur die Hauptschulen. Humankapital auf das man in den Regierungen gut und gerne verzichten kann. Scheiß B-Ware !

Gute N8 Deutschland.

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Eröffnung: Courtyard Gelsenkirchen by Marriott

Posted on 02 April 2006 by Dennis

Am gestrigen Samstag, durfte ich zusammen mit meiner Schwester eine exklusive Führung durch das just gestern eröffnete Courtyard Hotel genießen. Knapp 90 min dauerte die private Führung durch das komplett neu errichtete “Fußball-Hotel”. Schon bei der Anreise, sprich schon in der Zufahrt zum Hotel, bemerkt man ein Kribeln im Bauch, auch dann, wenn man eigentlich gar kein eingefleischter Schalkefan ist. Denn das Hotel liegt direkt neben der Arena und sooooowas von eng, dass man mit etwas schnellerem Schritt seinen Logenplatz in weniger als 3 Min erreichen könnte. Der gartenbautechnisch noch etwas “lückenhafte” Empfang zum Hotel, wird gesäumt von ausreichend Parkplätzen. Betritt man dann die Eingangshalle geht aber buchstäblich die Sonne auf. Ein freundlich helles, mediteranes Flair macht sich breit. Der Lounge-Bereich ganz in der Nähe des “Check In” ist in hellem Leder gehalten, die Rezeption in edlem Holz. Das Restaurant “Green Olive”, das man ebenfalls im Erdgeschoss vorfindet, wirkt zunächst etwas klein für die Größe des Hotels, erweist sich beim genaueren Hinsehen jedoch als sehr komfortabel. Wer nur schnell einen Drink zu sich nehmen möchte, kann das an Harry’s Bar, direkt nebenan erledigen. Die Preise sind hierbei die üblichen einer Bar. Die Stimmung nur allein im Erdgeschoss, lässt sich durchaus als mondän beschreiben. Der Rundgang durch die Suiten setzt dem Ganzen allerdings noch die Krone auf.Vorweg sei noch auf die Konferenzräume hingewiesen, die nach Fußball-Nationen benannt und in der Größe sortiert sind. So lässt sich bspw. im Raum “Deutschland” auf hohem Niveau mit Flipchart und Beamer ein Seminar oder eine Konferenz abhalten.

Nun aber zu den Suiten: Das das Courtyard eigentlich “nur” ein 4 Sterne Hotel ist, merkt man ihm, bis auf die Tatsache dass es keine Kofferträger gibt, nicht an. Allein die Junior Suite ist purer Luxus. Glasschreibtisch und Plasma TV wirken ebenso hochwertig, wie das übrige Interieur. Die “Arena Suite” verfügt sogar über ein eigenes Konferenzzimmer, sowie Zentimeter dicke Türen. Geöffnet werden die einzelnen Suiten allerdings über “KeyCards” und nicht etwa über Schlüssel.

Und wem das jetzt als Frage durch den Kopf schwirrt, JAA es gibt auch einen Fitnessraum. Der liegt etwas weiter oben im Hotel und eröffnet den Blick vom Laufband auf das Trainingsgelände des S04. Doch genauer gesagt gibt es sogar zwei. Denn dem Hotel ist das Medicos Zentrum direkt angeschlossen, sodass man ohne das Hotel verlassen zu müssen hinüber gehen kann.
Alles in allem kann man fast traurig sein, dass es keinen Sinn macht dort einmal zu übernachten, weil man ja in Gelsenkirchen wohnt. Für mich steht das schönste Hotel, das ich bisher in meinem Leben betrat, in Gelsenkirchen.
Ich bin begeistert !

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